2.1 Überblick Beschäftigtenbestand

Auf einen Blick:

Die Mehrheit der Pflegekräfte arbeitete im Jahr 2019 in Einrichtungen der Altenhilfe. Davon waren knapp zwei Drittel der Beschäftigten in stationären und gut ein Drittel in ambulanten Pflegeeinrichtungen tätig. Staatlich geprüfte Pflegefachkräfte machten dort den größten Teil des qualifizierten Pflegepersonals aus.

In der ambulanten Pflege waren etwas mehr Altenpfleger/innen als Gesundheits- und Krankenpfleger/innen beschäftigt, in der stationären Pflege waren die Altenpfleger/innen mit Abstand die größte Gruppe.

Die Teilzeitquote in den Altenhilfeeinrichtungen ist weiterhin hoch und unterscheidet sich von Beruf zu Beruf. Je niedriger das Qualifikationsniveau, desto mehr Personen sind in Teilzeit beschäftigt. Die Teilzeitquote für die stärkste Beschäftigtengruppe, die Altenpfleger/innen, lag in der stationären Pflege bei 44 Prozent, in der ambulanten Pflege war mit 55 Prozent sogar gut die Hälfte in Teilzeit beschäftigt.

Für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen waren Krankenhäuser im Jahr 2019 der größte Arbeitgeber. Die Berufsgruppe bildete dort die größte Gruppe innerhalb des gesamten Pflegepersonals.

In den Rehabilitationskliniken waren deutlich weniger Pflegekräfte beschäftigt als in den Krankenhäusern. Auch dort stellten Gesundheits- und Krankenpfleger/innen den Großteil des Pflegepersonals.

Die Teilzeitquoten des Pflegepersonals waren in Krankenhäusern etwas niedriger als in den Einrichtungen der Altenhilfe und in den Rehabilitationskliniken.

1. Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen

Nach Angaben der Pflegestatistik1 waren im Jahr 2019 insgesamt 86.400 Pflegekräfte in Einrichtungen der Altenhilfe beschäftigt.2 Der größte Teil, 54.832 Personen, arbeitete in stationären Pflegeeinrichtungen. 31.568 Personen waren in ambulanten Pflegediensten beschäftigt. Die Verteilung der Beschäftigten auf die Berufsgruppen und Qualifikationsebenen variierte zwischen den beiden Sektoren deutlich, wobei das ‚sonstige Pflegepersonal‘ jeweils den größten Anteil ausmachte.

Von den ausgebildeten Pflegekräften in ambulanten Pflegediensten stellten Altenpfleger/innen mit 6.971 Personen die größte Gruppe. Darüber hinaus waren 6.149 Gesundheits- und Krankenpfleger/innen beschäftigt. Bezogen auf alle Qualifikationsebenen waren die meisten Pflegekräfte in der kreisfreien Stadt Frankfurt tätig (5.352), gefolgt von der Stadt Kassel (2.129) und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf (1.649). Am niedrigsten waren die Beschäftigtenzahlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg (522). Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten in ambulanten Diensten variierte bei allen Berufsgruppen – mit Ausnahme der akademischen Pflegekräfte – zwischen 55 Prozent und 76 Prozent. Je niedriger das Qualifikationsniveau der Beschäftigten, desto höher war tendenziell auch die Teilzeitquote. Die höchste Teilzeitquote wiesen in ambulanten Pflegediensten die an- und ungelernten Pflegehilfskräfte mit 76 Prozent auf.

In den stationären Pflegeeinrichtungen stellten Altenpfleger/innen mit 14.966 Personen die größte Gruppe unter den beschäftigten Pflegekräften, gefolgt von den 4.602 Altenpflegehelfer/innen. Gesundheits- und Krankenpfleger/innen bildeten mit 3.383 Beschäftigten die drittstärkste Berufsgruppe. Die meisten Beschäftigten fanden sich in der Stadt Frankfurt (4.392) und dem Main-Kinzig-Kreis (3.340). Verhältnismäßig wenige Pflegekräfte waren in stationären Pflegeeinrichtungen in der kreisfreien Stadt Offenbach (619) tätig. Die Teilzeitquote war insgesamt etwas niedriger als in der ambulanten Pflege. Sie variierte zwischen minimal 44 Prozent bei den Altenpfleger/innen und 73 Prozent bei den Pflegehilfskräften.

2. Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken

Nach den Daten der Krankenhausstatistik3 waren im Jahr 2019 insgesamt 36.456 Pflegekräfte in den Krankenhäusern Hessens beschäftigt. Den weitaus größten Teil bildete mit 30.658 Personen die Berufsgruppe der Gesundheits- und Krankenpfleger/innen. Diese waren zu 46 Prozent in Teilzeit beschäftigt. Etwas seltener in Teilzeit arbeiteten Krankenpflegehelfer/innen (39 Prozent), etwas höher lagen die Teilzeitquoten in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege (58 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten variierte im regionalen Vergleich stark4. Im Versorgungsgebiet Frankfurt-Offenbach waren mit 11.165 Pflegekräften die meisten, im Versorgungsgebiet Fulda-Bad Hersfeld mit 3.503 Pflegekräften die wenigsten Pflegekräfte tätig.

In den hessischen Rehabilitationskliniken waren im Jahr 2019 insgesamt 1.955 Pflegekräfte beschäftigt. Mit 1.577 Personen waren auch hier die Gesundheits- und Krankenpfleger/innen die größte Berufsgruppe. Gesundheits- und Kinderkranken-pfleger/innen waren dagegen kaum in Rehabilitationskliniken tätig. Die Teilzeitquote lag für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen bei 53 Prozent. Die etwas höhere Teilzeitquote in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege (66 Prozent) muss vor dem Hintergrund kleiner Fallzahlen interpretiert werden: Lediglich 29 Kinderkrankenpfleger/innen waren in hessischen Rehabilitationskliniken beschäftigt. Im regionalen Vergleich waren die meisten Pflegekräfte im Versorgungsgebiet Kassel tätig (682 Personen). Im Versorgungsgebiet Darmstadt arbeiteten dagegen nur wenige Pflegekräfte in Rehabilitationskliniken (80 Personen).


  1. Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt
  2. In der Pflegestatistik können nur qualifizierte Pflegekräfte eindeutig identifiziert werden. Angelernte Pflegehilfskräfte sind in der Kategorie ‚sonstiges Personal’ erfasst. Dort ist jedoch auch, soweit relevant, hauswirtschaftliches und Verwaltungspersonal berücksichtigt.
  3. Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt. Um die Daten der Krankenhaus- und der Pflegestatistik vergleichbar darstellen zu können, wurde als Bezugsjahr 2019 gewählt. Dabei handelt es sich um das Jahr, für welches auch die aktuellsten Daten aus der Pflegestatistik vorliegen.
  4. Die Versorgungsgebiete sind definiert im Hessischen Krankenhausgesetz: VG 1: Kassel, VG 2: Fulda – Bad Hersfeld, VG 3: Gießen – Marburg, VG 4: Frankfurt – Offenbach, VG 5: Wiesbaden – Limburg und VG 6: Darmstadt.