4.1 Überblick Entwicklung des Pflegearbeitsmarktes

Auf einen Blick:

Der Beschäftigtenstand im Funktionsbereich Pflege in den hessischen Krankenhäusern hat seit 2005 kontinuierlich zugenommen und blieb zwischen 2017 und 2019 relativ konstant. In Rehabilitationskliniken sind dagegen von Jahr zu Jahr weniger Pflegekräfte tätig.

Die Zahl der Beschäftigten in ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen ist zwischen 2005 und 2019 stark angestiegen. Dies ist vor allem auf einen Zuwachs an Altenpfleger/innen und Altenpflegehelfer/innen, aber auch auf mehr Pflegehilfskräfte zurückzuführen.

Im Jahr 2006 gab es noch in allen Pflegeberufen und auf allen Qualifikationsebenen Angebotsüberhänge. In den folgenden Jahren hat die Nachfrage nach Pflegekräften jedoch stark zugenommen. Bis zum Jahr 2018 hat sich die Gesamtnachfrage nach Pflegekräften fast vervierfacht. Im Jahr 2020 zeigte sich allerdings ein Einbruch der Nachfrage, der vor allem auf eine rückläufige Anzahl zu besetzender Arbeitsplätze in ambulanten Pflegediensten zurückgeht. Entsprechend sind die Defizite aus Angebot und Nachfrage für die meisten Berufsgruppen kleiner als noch im Jahr 2018.

Betrachtet man die Salden aus Angebot und Nachfrage in Relation zum Beschäftigtenstand, ist der Engpass für die Altenpflegehelfer/innen am größten. Für diese Berufsgruppe betrug die Lücke zeitweise ein Drittel des gesamten Beschäftigtenstands; sie konnte im Jahr 2020 auf 14 Prozent gesenkt werden, lag allerdings immer noch höher als für die anderen Berufsgruppen. Für Altenpfleger/innen (12 Prozent) kann die Arbeitsmarktlage als stärker angespannt angesehen werden als für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen (6 Prozent).

Für den Hessischen Pflegemonitor werden seit 2007 im zweijährlichen Rhythmus alle hessischen ambulanten und stationären Altenhilfeeinrichtungen sowie alle Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken befragt. Mit den Befragungsergebnissen des Jahres 2020 liegen acht Messpunkte vor, so dass mittlerweile auch mittelfristige Entwicklungstrends auf dem Pflegearbeitsmarkt analysiert werden können.

1. Entwicklung des Beschäftigtenstandes

In den Krankenhäusern hat sich der Beschäftigtenstand im Funktionsbereich Pflege in den vergangenen Jahren kaum verändert. Ein Personalabbau fand zwischen 2003 und 2005 statt. Seither ist der Beschäftigtenstand stetig gewachsen und liegt seit dem Jahr 2011 wieder leicht über dem Niveau von 2003. Im Jahr 2017 waren gut 2.500 Pflegekräfte mehr beschäftigt als zehn Jahre zuvor. Seither sind geringfügige Veränderungen zu beobachten: Während die Zahl der Gesundheits- und Krankenpfleger/innen etwas gesunken ist, waren im Jahr 2019 etwas mehr Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen sowie Krankenpflegehelfer/innen beschäftigt als zwei Jahre zuvor. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Anteil der in Teilzeit Beschäftigten im Betrachtungszeitraum zugenommen hat. Erst seit 2013 ist hier eine umgekehrte Entwicklung zu beobachten: Während die Teilzeitquote bei Gesundheits- und Krankenpfleger/innen seit 2007 mit ca. 47 Prozent stabil bleibt (2019: 46 Prozent), ist die Teilzeitquote für Krankenpflegehelfer/innen im Vergleich zum Jahr 2013 deutlich gesunken.

Die Zahl der beschäftigten Pflegekräfte in den hessischen Rehabilitationskliniken ist zwischen 2003 und 2005 stark und seit 2009 weitgehend kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2019 waren in allen betrachteten Berufsgruppen weniger Personen beschäftigt als zwei Jahre zuvor. Der Anteil der in Teilzeit beschäftigten Pflegekräfte ist höher als in den Akutkrankenhäusern. Die Anteile der Teilzeitkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege und in der Krankenpflegehilfe unterschieden sich zuletzt kaum noch.

Eine starke und stetige Zunahme der Beschäftigtenzahlen zeigt sich in den Altenhilfeeinrichtungen. In ambulanten Pflegediensten waren 2019 insgesamt zwei Drittel mehr Pflegekräfte beschäftigt als noch zehn Jahre zuvor. Waren es damals 18.940 Personen, sind es heute 31.568. Der Anstieg zeigt sich für alle Berufsgruppen, vor allem aber für Altenpfleger/innen und Altenpflegehelfer/innen. Zwischen 2017 und 2019 haben die Beschäftigtenzahlen auf allen Qualifikationsebenen und Berufen mit Ausnahme der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zugenommen, am stärksten für Altenpflegehelfer/innen (+30 Prozent). Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten schwankt je nach Beruf über die Jahre leicht, in den vergangenen zwei Jahren sind allerdings keine signifikanten Veränderungen zu beobachten.

In den stationären Pflegeeinrichtungen waren im Jahr 2019 etwa 36 Prozent mehr Pflegekräfte beschäftigt als noch zehn Jahre zuvor. Die Zahl ist von 40.236 auf 54.832 Beschäftigte gestiegen. Der Beschäftigtenanstieg ist besonders bei den Altenpflegern/innen und den Altenpflegehelfern/innen stark ausgeprägt, in etwas geringerem Maße auch beim sonstigen Pflegepersonal. Zwischen 2017 und 2019 sind die Beschäftigtenzahlen für alle Qualifikationsebenen und Berufe mit Ausnahme der Krankenpflegehelfer/innen gestiegen, am stärksten in der Altenpflegehilfe (+9 Prozent). Die Teilzeitquoten sind in den vergangenen Jahren recht konstant geblieben. Auch zwischen 2017 und 2019 zeigen sich keine auffälligen Veränderungen.

2. Entwicklung des Arbeitsmarktes

Pflegekräftenachfrage

Die Nachfrage der Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken und Altenhilfeeinrichtungen nach Pflegekräften ist zwischen 2008 und 2018 um das 1,7-fache gestiegen. Im Jahr 2008 wurden 12.132 Pflegekräfte gesucht, im Jahr 2018 waren es 21.196. Nach dem Höchststand im Jahr 2018 lag die Nachfrage im Jahr 2020 mit 19.120 Personen wieder etwas darunter. Pflegefachkräfte mit staatlich anerkannten Weiterbildungen waren die einzige Beschäftigtengruppe, die im Jahr 2020 stärker nachgefragt wurde als zwei Jahre zuvor.

Pflegekräfte sind allerdings keine einheitliche Gruppe. Die Qualifikationen von Pflegekräften reichen von angelernten Hilfskräften bis zu Pflegekräften mit Studienabschluss. Entsprechend werden die Entwicklungen der vergangenen Jahre differenziert nach Qualifikationsebenen und Berufen in der Pflege analysiert.

  • Die Nachfrage nach Pflege(fach)kräften mit Studienabschluss hat im Zeitverlauf recht kontinuierlich zugenommen. Im Jahr 2020 lag sie allerdings niedriger als zwei Jahre zuvor. Dies erklärt sich durch eine sinkende Nachfrage in den stationären Pflegeeinrichtungen. In den anderen Versorgungsbereichen blieb die Zahl der zu besetzenden Stellen auf gleichem Niveau wie in den Jahren 2016 und 2018.

  • Die Zahl der gesuchten Pflegefachkräfte mit staatlich anerkannten Weiterbildungsabschlüssen hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht (1.037 im Jahr 2010 im Vergleich zu 3.017 im Jahr 2020). Seit 2010 gab es in jeder Erhebungswelle Nachfrageschübe. In den einzelnen Sektoren verhielt sich die Nachfrage nach Pflegekräften mit staatlich anerkannten Weiterbildungen im Zeitverlauf allerdings unterschiedlich: Während die Zahl der zu besetzenden Stellen in stationären Pflegeeinrichtungen im Zeitverlauf relativ konstant angestiegen ist, ging sie in ambulanten Pflegediensten zwischen 2016 und 2018 zurück, um zum Jahr 2020 wieder anzusteigen. Insbesondere Praxisanleitungen haben die Pflegedienste in zunehmender Zahl nachgefragt. Recht konstant blieb die Nachfrage zuletzt im Krankenhaussektor und in den stationären Pflegeeinrichtungen.

  • Für die Gruppe der staatlich geprüften Pflegefachkräfte ohne formale Weiterqualifikation ist die Nachfrage seit 2006 recht kontinuierlich gestiegen, alleine zwischen 2016 und 2018 um 10 Prozent. Zum Jahr 2020 sank die Nachfrage allerdings um 6 Prozent. Die Hauptursache dafür liegt in der – wahrscheinlich Corona-bedingten – stark rückläufigen Zahl offener Stellen für Altenpfleger/innen in ambulanten Pflegediensten. Zudem ging die Nachfrage nach Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen in den Krankenhäusern zurück.

  • Auch die Nachfrage nach staatlich geprüften Pflegehelfer/innen ist zwischen 2018 und 2020 gesunken. Pflegehelfer/innen wurden hauptsächlich in Einrichtungen der Altenhilfe gesucht. Während die Nachfrage seit 2012 kontinuierlich zugenommen hat, waren zuletzt 18 Prozent weniger Stellen zu besetzen als zwei Jahre zuvor. Wiederum waren es die Einrichtungen der Altenhilfe, insbesondere die ambulanten Dienste, die weniger Personal gesucht haben. In Akutkrankenhäusern waren in 2020 dagegen mehr Stellen für Krankenpflegehelfer/innen zu besetzen als in 2018.

  • Die Zahl der gesuchten angelernten und anzulernenden Hilfskräfte ist im Zeitverlauf stark gestiegen. Im Jahr 2018 wurde ein Drittel mehr Personal gesucht als zehn Jahre zuvor. Aufgrund der gesunkenen Nachfrage in ambulanten Pflegediensten zeigte sich im Jahr 2020 jedoch auch für Pflegehilfskräfte ein Nachfrageeinbruch. Die Zahl der zu besetzenden Stellen sank um 17 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018.

Zusammenführung von Angebot und Nachfrage

Beim Vergleich der Ergebnisse der Jahre 2006 bis 2020 wird deutlich, dass sich der Pflegearbeitsmarkt in Hessen über die acht Messzeitpunkte gravierend verändert hat. Während in 2006 noch für alle Qualifikationsstufen positive Saldenwerte erreicht werden konnten, hatte sich die Situation bereits 2008 komplett umgekehrt. Nahezu flächendeckende Engpässe waren die Folge.

In den Jahren 2010 und 2012 war das Bild heterogen. Für Pflegehilfskräfte war das Angebot weiterhin größer als die Nachfrage, aber auch für akademische Pflegekräfte und für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen hat sich die Arbeitsmarktlage entspannt. In den anderen Berufen und Qualifikationsebenen waren die Lücken allerdings weiter groß. Von 2012 zu 2014 hat sich die Arbeitsmarktlage hingegen wieder verschärft. Während für Pflegehilfskräfte und akademische Pflegekräfte nach wie vor ein Überangebot bestand, hat sich der Engpass v.a. bei den Alten- und Krankenpflegehelfer/innen deutlich vergrößert. Zwischen 2014 und 2016 wurde der Arbeitsmarkt in fast allen Feldern noch angespannter. Erstmals seit 2006 waren weniger Pflegehilfskräfte verfügbar als von den Einrichtungen gesucht wurden. Dieser Trend hatte sich zwischen 2016 und 2018 weiter fortgesetzt, der Pflegearbeitsmarkt in Hessen blieb weiterhin stark angespannt.

Zum Jahr 2020 ist die Nachfrage nach Pflegekräften gesunken, vor allem in der ambulanten Pflege. Da sich das Angebot an Pflegekräften gleichzeitig kaum verändert hat, sind die Engpässe rein rechnerisch etwas kleiner geworden: Während im Jahr 2018 insgesamt 10.666 Pflegekräfte in Hessen fehlten, waren es in 2020 noch 8.374 fehlende Personen.

Im Folgenden werden die einzelnen Qualifikationsebenen und Berufe separat betrachtet.

  • Das Angebot an Pflege(fach)kräften mit Studienabschluss hat mit Ausnahme des Jahres 2008 stets ausgereicht, um die Nachfrage der Einrichtungen zu decken. Schon in den Jahren 2016 und 2018 waren die Angebotsüberhänge allerdings klein. Im Jahr 2020 reichte das Angebot nicht aus, um die Nachfrage der Einrichtungen zu decken. Hessenweit fehlten 37 akademische Pflegekräfte.

  • Das Angebot an Pflegefachkräften mit staatlich anerkannten Weiterbildungen ist im betrachteten Zeitraum kontinuierlich gewachsen. Allerdings ist auch die Zahl offener Stellen stetig gestiegen und lag permanent höher als das Angebot. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wurde bis 2018 immer größer, erst im Jahr 2020 war der Mismatch erstmals kleiner als zwei Jahre zuvor. Die Lücke war mit 1.524 fehlenden Fachkräften mit Weiterbildung jedoch immer noch immens.

  • Zwischen 2012 und 2018 hat die Nachfrage nach Altenpfleger/innen stark zugenommen (+57 Prozent). Gleichzeitig lag das Angebot trotz steigender Tendenz immer unter der Nachfrage, sodass der Fachkräftemangel zwischen 2012 und 2018 stetig größer wurde. Im Jahr 2020 hat sich die Arbeitsmarktlage leicht entspannt: Zwar ist das Angebot nicht gestiegen (mehr Absolventen/innen, aber gleichzeitig weniger vermittelbare Arbeitslose), die Nachfrage war jedoch rückläufig, insbesondere in ambulanten Pflegediensten. Rein rechnerisch fehlten 2.911 Altenpfleger/innen, und wie in den Vorjahren war die Lücke in der kreisfreien Stadt Frankfurt am Main in absoluten Zahlen am größten.

  • Für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen hat sich der Arbeitsmarkt zwischen 2006 und 2008 von einem Fachkräfteüberhang zu einer zahlenmäßigen Unterdeckung verschoben. Während in den Jahren 2016 und 2018 jeweils mehr als 2.000 Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt verfügbar waren, fiel das Angebot im Jahr 2020 kleiner aus (konstante Absolventenzahlen, weniger vermittelbare Arbeitslose). Die Nachfrage verharrte in etwa auf dem Niveau von 2018, sodass der Engpass in der Gesundheits- und Krankenpflege im Jahr 2020 rein rechnerisch etwas größer ausfiel als zwei Jahre zuvor. In absoluten Zahlen waren Angebot und Nachfrage in der Stadt Frankfurt wie in den Vorjahren am stärksten im Ungleichgewicht.

  • Für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen ergibt sich im zeitlichen Vergleich folgendes Bild: Das Angebot liegt auf niedrigem Niveau, ist jedoch zwischen 2018 und 2020 um etwa 50 Personen gewachsen. Die Nachfrage ist seit einem Höchststand im Jahr 2016 rückläufig, im Jahr 2020 lag sie nur noch etwa halb so hoch wie vier Jahre zuvor. Entsprechend fehlten in 2020 nur noch 25 Kinderkrankenpfleger/innen auf dem hessischen Pflegearbeitsmarkt. In den Vorjahren war der Engpass zehn Mal so groß.

  • Bis einschließlich 2018 haben sich Angebot an und Nachfrage nach Altenpflegehelfer/innen gleichförmig entwickelt: Beides ist kontinuierlich größer geworden. Dabei überstieg die Nachfrage das Angebot jeweils deutlich. Auch im Jahr 2020 setzte sich die positive Angebotsentwicklung fort, es standen etwa 150 Arbeitskräfte mehr zur Verfügung als zwei Jahre zuvor. Allerdings lag die Zahl der zu besetzenden Stellen in den stationären und insbesondere in den ambulanten Pflegeeinrichtungen deutlich niedriger als in 2018. Entsprechend reduzierte sich die Lücke von 1.771 auf 930 fehlende Altenpflegehelfer/innen.

  • Sowohl Angebot und Nachfrage als auch die Mismatches liegen für Krankenpflegehelfer/innen niedriger als für Altenpflegehelfer/innen. Während das Angebot in den vergangenen Jahren recht konstant bei etwa 270 Personen lag, konnte es durch die Ausweitung der Ausbildungsbemühungen auf 405 Personen im Jahr 2020 gesteigert werden. Die Nachfrage lag jedoch – wie in den Vorjahren – mehr als doppelt so hoch wie das Angebot. Insbesondere die Krankenhäuser fragten in 2020 deutlich mehr Krankenpflegehelfer/innen nach, wenn auch auf niedrigem Niveau. Die Lücke ist größer als in den Vorjahren, mit Ausnahme des Höchststandjahres 2018.

  • Das Angebot an angelernten und anzulernenden Pflegehilfskräften ist im längerfristigen Zeitverlauf aufgrund methodischer Probleme nicht vergleichbar. Zwischen den beiden letzten Berichtsjahren hat sich das Angebot jedoch kaum verändert, während die Nachfrage in den ambulanten Pflegediensten stark gesunken ist. Die Lücke ist mit 64 fehlenden Personen deutlich kleiner als noch in 2016 und 2018.

Saldo aus Angebot und Nachfrage in Relation zum Beschäftigtenstand

Die Salden aus Angebot und Nachfrage in absoluten Zahlen geben zwar einen ersten Überblick zur Arbeitsmarktlage in den jeweiligen Berufen. Genauer ist allerdings eine relative Betrachtung der Salden. Dafür werden die Überhänge bzw. Engpässe in Beziehung gesetzt zum Beschäftigtenstand in den jeweiligen Qualifikationen. Damit kann gezeigt werden, wie hoch die Unterdeckung im Verhältnis zum aktuellen Beschäftigtenstand ausfällt.

  • Für die Altenpfleger/innen war die Lücke mit 16 bzw. 17 Prozent des Beschäftigtenstandes in den Jahren 2010 und 2018 am größten. Auch wenn die Beschäftigtenzahlen im Zeitverlauf deutlich gestiegen sind, hat sich am relativen Saldo wenig geändert. Im Jahr 2020 entsprach der Saldo 12 Prozent des Beschäftigtenstands, was den niedrigsten Wert im Zeitverlauf darstellt: Bei einem Beschäftigtenstand von gut 23.000 Personen haben knapp 3.000 Altenpfleger/innen gefehlt. Die Arbeitsmarktlage hat sich im Vergleich zu den Vorjahren leicht entspannt.

  • Für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen lagen die relativen Engpässe seit 2014 recht konstant bei 6 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau der Engpässe für Altenpfleger/innen. Zwar unterschieden sich die absoluten Salden aus Angebot und Nachfrage für die beiden Berufsgruppen zuletzt kaum, der Beschäftigtenstand in der Gesundheits- und Krankenpflege ist allerdings deutlich größer als in der Altenpflege.

  • Die Arbeitsmarktlage für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen war im Jahr 2020 nahezu im Gleichgewicht. Dies zeigt auch der relative Saldo, der lediglich 1 Prozent ausmachte. In den Vorjahren lag er deutlich höher, im Jahr 2016 machte das Defizit sogar 12 Prozent am Beschäftigtenstand aus. Durch die kleineren Fallzahlen fallen Schwankungen allerdings auch stärker ins Gewicht als bei größeren Berufsgruppen.

  • Der relative Engpass bei den Altenpflegehelfern/innen war im Vergleich zu den anderen Berufsgruppen zuletzt am größten, obwohl die Zahl der Beschäftigten im Zeitverlauf stark gestiegen ist. Dies zeigt deutlich, wie stark angespannt die Arbeitsmarktlage in Hessen auch für Pflegehelfer/innen ist. Schon im Jahr 2010 entsprach der relative Saldo einem Drittel des damaligen Beschäftigtenstands. Dank eines stark steigenden Angebots bei mäßig wachsender Nachfrage konnte der Engpass bis 2012 auf 15 Prozent des Beschäftigtenstands mehr als halbiert werden. Seither ist die Nachfrage jedoch weiterhin stärker als das Angebot gestiegen und der Saldo für das Jahr 2018 machte erneut 30 Prozent des Beschäftigtenstands aus. Im Jahr 2020 zeigte sich zwar wieder eine leichte Entspannung, mit einem relativen Saldo von 14 Prozent ist das Defizit jedoch weiterhin als beträchtlich anzusehen.

  • Die Arbeitsmarktlage für Krankenpflegehelfer/innen ist kaum weniger stark angespannt als für Altenpflegehelfer/innen. In den Jahren 2018 und 2020 waren die relativen Salden jeweils die zweithöchsten im Vergleich der Berufe. Zuletzt entsprach das Defizit 13 Prozent des Beschäftigtenstands.