3.1 Überblick Arbeitsmarkt

Auf einen Blick:

Im Jahr 2018 wurden in Hessen in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken insgesamt 21.196 Pflegekräfte gesucht.

Größter Nachfrager waren die Altenpflegeeinrichtungen, die 79 Prozent aller zu besetzenden Stellen für Pflegekräfte anboten.

62 Prozent der Gesamtnachfrage entfielen auf Pflegefachkräfte. Staatlich geprüfte Altenpfleger/innen sowie Gesundheits- und Krankenpfleger/innen waren die am stärksten nachgefragten Berufsgruppen.

Hessenweit reichte im Jahr 2018 das Angebot an Pflegekräften nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen. Es ergab sich für alle Qualifikationsstufen mit Ausnahme akademisch qualifizierter Pflegekräfte ein Fachkräfteengpass, der bei den Altenpflegern/innen, den Gesundheits- und Krankenpfleger/innen sowie den Altenpflegehelfer/innen am größten ausfiel.

Setzt man die Salden in Relation zum aktuellen Beschäftigtenstand, so wird erkennbar, wie viel die festgestellte Unterdeckung in Prozent bezogen auf den aktuellen Beschäftigtenstand ausmacht. Demnach waren die Engpässe bezogen auf den Beschäftigtenbestand bei den Altenpflegehelfern/innen mit 30 Prozent sowie den Krankenpflegehelfer/innen mit 19 Prozent am stärksten ausgeprägt.

Für die Berufsgruppe der Gesundheits- und Krankenpfleger/innen waren die Engpässe in absoluten Zahlen in der kreisfreien Stadt Frankfurt und im Landkreis Marburg-Biedenkopf am größten; relativ zum Beschäftigtenstand waren der Pflegearbeitsmarkt in der kreisfreien Stadt Kassel sowie im Landkreis Marburg-Biedenkopf am stärksten angespannt. Für die Altenpfleger/innen ergab sich folgendes Bild: In absoluten Zahlen waren die Engpässe in Frankfurt, im Landkreis Kassel, und im Landkreis Gießen am größten. Betrachtet man die Salden in Relation zum Beschäftigtenstand, zeigt sich eine stark angespannte Arbeitsmarktlage auch im Landkreis Limburg-Weilburg, im Rheingau-Taunus-Kreis und im Main-Taunus-Kreis.

Bezogen auf Gesamthessen konnte in allen vier Versorgungsbereichen im Jahr 2018 ein Teil der offenen Stellen nicht besetzt werden. Ambulante Pflegeeinrichtungen hatten die größten Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung.

1. Nachfrage nach Pflegekräften im Jahr 20181

Insgesamt wurden im Jahr 2018 von allen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie allen Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken 21.196 Pflegekräfte gesucht.2 Am häufigsten wurden staatlich geprüfte Pflegefachkräfte ohne formale Weiterqualifizierung nachgefragt, wobei 5.440 Altenpfleger/innen, 4.171 Gesundheits- und Krankenpfleger/innen und 465 Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen gesucht wurden. Zusätzlich wurden 2.989 Pflegefachkräfte mit staatlich anerkannten Weiterbildungsabschlüssen sowie 400 Pflege(fach)kräfte mit einem pflegebezogenen Studienabschluss nachgefragt. Neben Pflegefachkräften bestand auch eine Nachfrage nach staatlich geprüften Pflegehelfer/innen in Höhe von 4.379 Personen und nach angelernten und anzulernenden Hilfskräften in Höhe von 3.352 Personen.

Der Umfang der Nachfrage und – soweit relevant – die Art der fachlichen Ausrichtung, variierten zwischen Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken sowie ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen bei den unterschiedlichen Qualifikationen zum Teil erheblich:

  • Mehr als 80 Prozent der Pflege(fach)kräfte mit Studienabschluss wurden im Jahr 2018 von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen gesucht (336 von 400).

  • Auch Pflegefachkräfte mit staatlich anerkanntem Weiterbildungsabschluss wurden größtenteils von Einrichtungen der Altenhilfe gesucht. 67 Prozent der Gesamtnachfrage entfiel auf die ambulanten und stationären Einrichtungen. Eine sehr geringe Nachfrage bestand im Jahr 2018 in Rehabilitationskliniken (zwei Prozent der Gesamtnachfrage). Bei einer nach der fachlichen Ausrichtung differenzierten Betrachtung zeigte sich, dass am häufigsten die Abschlüsse „Fachpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie“ (595 Personen), „Praxisanleiter/in“ (554 Personen) sowie „Stations-, Gruppen- und Wohnbereichsleitung“ (516 Personen) nachgefragt wurden.

  • Die meisten staatlich geprüften Pflegefachkräfte (ohne weitere formale Qualifikationen) wurden von ambulanten (3.816 Personen) und stationären Pflegeeinrichtungen (3.243 Personen) gesucht. Damit entfielen 70 Prozent der Nachfrage im Jahr 2018 auf die Einrichtungen der Altenhilfe. In den Krankenhäusern waren 2.758 Stellen, in den Rehabilitationskliniken 259 Stellen zu besetzen. Auf erstere entfielen 27 Prozent, auf letztere drei Prozent der Gesamtnachfrage. Während im Klinikbereich fast ausschließlich Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger/innen gesucht wurden, waren Altenpfleger/innen die am stärksten nachgefragte Berufsgruppe in den Altenhilfeeinrichtungen. In den ambulanten Pflegeeinrichtungen wurden 2.626 Altenpfleger/innen gesucht, in den stationären Pflegeeinrichtungen 2.689.

  • 97 Prozent der Nachfrage nach staatlich geprüften Pflegehelfer/innen entfiel auf die ambulanten Dienste und stationären Altenpflegeeinrichtungen (4.227 von 4.379). Die Zahl der zu besetzenden Stellen war in ambulanten Pflegediensten etwas höher als in stationären Einrichtungen. Gesucht wurden vor allem Altenpflegehelfer/innen (76 Prozent der Nachfrage nach Pflegehelfer/innen). Krankenpflegehelfer/innen wurden zum größten Teil in ambulanten Diensten nachfragt.

  • Im Jahr 2018 betrug die Anzahl der gesuchten angelernten bzw. anzulernenden Pflegehilfskräfte 3.352 Personen. Davon wurden die meisten von ambulanten (71 Prozent) und stationären Pflegeeinrichtungen (25 Prozent) nachgefragt. In Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken gab es dagegen kaum offene Stellen für diese Gruppe.

2. Zusammenführung von Pflegekräfteangebot und -nachfrage im Jahr 2018

Die Nachfrage nach Pflegekräften wird mit dem verfügbaren Angebot zusammengeführt, um zu einer Einschätzung der Pflegekräftesituation im Jahr 2018 zu gelangen. Diese Einschätzung dient insbesondere der Identifikation von Unterdeckung, Überhang oder Ausgleich zwischen Nachfrage und Angebot in einzelnen Berufen und Qualifikationsebenen. Das Angebot, das der Nachfrage gegenübergestellt wird, berücksichtigt vermittelbare arbeitslose Pflegekräfte und Absolventen/innen.3

Da sich die Nachfrage auf alle im Jahr 2018 gesuchten Pflegekräfte bezieht, handelt es sich um eine sogenannte Jahresbruttogröße. Entsprechend ist auch das Angebot, das auf diese Nachfrage zu beziehen ist, als Jahresbruttogröße auszuweisen. Dies bedeutet, dass alle vermittelbaren arbeitslosen Pflegekräfte und alle Absolventen/innen, die im Jahr 2018 zwecks Deckung der Nachfrage zur Verfügung standen, Berücksichtigung finden.4

Die Zusammenführung erfolgt, indem die Bruttogröße der Nachfrage von den Bruttowerten des Angebots abgezogen wird. Der auf diese Weise ermittelte Saldo gibt Auskunft über das Maß, in welchem das Angebotspotential zur Befriedigung der Nachfrage genügt. Saldenwerte, die gleich Null sind oder nur geringfügig abweichen, werden so interpretiert, dass der Umfang des Angebots ausreichend zur Deckung der Nachfrage war. Werte, die deutlich größer als Null sind, weisen auf einen Angebotsüberhang und negative Werte auf ein quantitativ zu geringes Angebot für die bestehende Nachfrage hin.

Im Jahr 2018 konnte hessenweit in allen betrachteten Pflegeberufen die Gesamtnachfrage der Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege nicht gedeckt werden. Die quantitativ größte Lücke ergab sich für die Altenpfleger/innen. In dieser Berufsgruppe wurden 3.417 Personen mehr gesucht, als an Angebot zur Verfügung stand. Auch bei den Gesundheits- und Krankenpfleger/innen überstieg die Nachfrage das Angebot mit 2.131 Personen deutlich. Ebenfalls hoch war die Lücke bei den staatlich geprüften Pflegehelfern/innen (-2.532) sowie bei Pflegefachkräften mit staatlich anerkannter Weiterbildung (-1.713). Lediglich bei den akademisch qualifizierten Pflegekräften reichte das verfügbare Angebot an Pflegekräften im Jahr 2018 in Hessen aus, um die bestehende Nachfrage zu befriedigen. Rein rechnerisch waren sechs Personen mehr auf dem Arbeitsmarkt verfügbar als von den Einrichtungen nachgefragt wurden.

Dabei weist die hessenweite Situation einige regionale Unterschiede auf. Differenziert man die Analyse der einzelnen Qualifikationsstufen nach den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten, kam es nicht in allen Regionen zu einem Engpass.

  • Die Salden von Arbeitskräfteangebot und -Nachfrage für Pflegefachkräfte mit einem staatlich anerkannten Weiterbildungsabschluss waren im Jahr 2018 auf Landesebene fast durchgehend negativ. Den einzigen Überhang (in Höhe von 17 Personen) gab es bei den Fachkräften für Krankenhaushygiene. Die Qualifikation mit der hessenweit größten Unterdeckung war die der Fachpfleger/innen für Intensivpflege und Anästhesie: Hier wurden 433 Arbeitskräfte mehr gesucht als auf dem Arbeitsmarkt verfügbar waren.

  • Das Angebot an staatlich geprüften Altenpflegern/innen reichte im Jahr 2018 in keiner Region aus, um die Nachfrage der Einrichtungen zu decken. Die in absoluten Zahlen größten Engpässe ergaben sich in der kreisfreien Stadt Frankfurt (-469). Allerdings fehlten auch in den Landkreisen Gießen und Kassel mehr als 200 Altenpfleger/innen.

  • Wie bei den Altenpflegern/innen war auch der Arbeitsmarkt für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen im Jahr 2018 in den meisten Regionen Hessens im Ungleichgewicht. In 13 der 26 Gebietskörperschaften fehlten mehr als 50 Personen. In der Stadt Frankfurt und im Kreis Marburg-Biedenkopf fehlten sogar jeweils mehr als 400 Fachkräfte. In den Landkreisen Gießen, Hersfeld-Rotenburg, im Main-Taunus-Kreis und in der kreisfreien Stadt Wiesbaden überstieg das Angebot die Nachfrage leicht.

  • Für die Berufsgruppe der Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen waren Angebot und Nachfrage in vielen Kreisen und kreisfreien Städten weitgehend im Gleichgewicht. In den kreisfreien Städten Frankfurt und Kassel sowie im Landkreis Marburg-Biedenkopf zeigten sich stärkere Engpässe. In 15 Landkreisen gab es hingegen leichte Angebotsüberhänge.

  • Auch die Arbeitsmarktlage für staatlich geprüfte Altenpflegehelfer/innen unterschied sich regional: Lediglich in der kreisfreien Stadt Darmstadt reichte das Angebot rein rechnerisch aus, um die Nachfrage zu decken. In 23 der 26 Gebietskörperschaften fehlten allerdings 20 und mehr Personen. Mit einer Unterdeckung von 210 Personen waren Angebot und Nachfrage in der Stadt Frankfurt besonders stark im Ungleichgewicht.

  • Die Nachfrage nach Krankenpflegehelfer/innen überstieg das Angebot ebenfalls in den meisten Regionen Hessens. In 17 der 26 Gebietskörperschaften fehlten jeweils mehr als 20 Krankenpflegehelfer/innen. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht, im Werra-Meißner-Kreis war ein Überhang in Höhe von 18 Personen zu verzeichnen.

3. Arbeitsmarktlage in Relation zum Beschäftigtenstand

Die absoluten Zahlen zu Überhängen oder Engpässen geben einen ersten Überblick zur Fachkräftesituation in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Um das Ausmaß von Überhängen oder Engpässen im regionalen Vergleich und zwischen den Berufen bewerten zu können, ist allerdings eine relative Betrachtung der Salden bezogen auf den Beschäftigtenstand besser geeignet. Dafür werden die Überhänge bzw. Engpässe in Beziehung zum Beschäftigtenstand in den jeweiligen Regionen gesetzt. Grundlage für die Berechnung sind die Beschäftigtendaten aus der Pflegestatistik, der Krankenhausstatistik und der Statistik der Vorsorge- und Rehabilitationskliniken für das Jahr 2017.

Setzt man die Salden in Relation zum aktuellen Beschäftigtenstand, so wird erkennbar, wie viel die festgestellte Unterdeckung in Prozent bezogen auf den aktuellen Beschäftigtenstand ausmacht. Regional unterschiedliche Arbeitsmarktlagen werden bei dieser Betrachtung deutlich.

  • Für die Berufsgruppe der Altenpflegern/innen war die Unterdeckung im Landkreis Limburg-Weilburg besonders groß: In dieser Region entsprach der Fachkräfteengpass mehr als 30 Prozent des Beschäftigtenstands. 13 Landkreise und kreisfreie Städte lagen hingegen unter dem hessischen Durchschnitt von 17 Prozent.

  • Etwas weniger stark angespannt waren die regionalen Arbeitsmärkte für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen. Nur in den Landkreisen Gießen, Hersfeld-Rotenburg, im Main-Taunus-Kreis und in der Stadt Wiesbaden konnte die Nachfrage vollständig gedeckt werden. In der kreisfreien Stadt Kassel lag die Unterdeckung mit 18 Prozent, im Landkreis Marburg-Biedenkopf mit 30 Prozent deutlich über dem hessischen Durchschnitt von sechs Prozent.

  • Für die Berufsgruppe der Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen zeigte sich ebenfalls ein differenziertes Bild: In 15 Regionen konnte die Nachfrage der Einrichtungen rein rechnerisch gedeckt werden. Aufgrund eines relativ niedrigen Beschäftigtenstands bei gleichzeitig sehr hoher Nachfrage wurde in der kreisfreien Stadt Kassel und im Schwalm-Eder-Kreis hingegen ein großer Fachkräfteengpass sichtbar, der mehr als zweihundert Prozent des Beschäftigtenstands entsprach. Der hessische Durchschnitt lag bei acht Prozent.

  • Bei den staatlich geprüften Altenpflegehelfern/innen unterschieden sich die relativen Salden im regionalen Vergleich etwas weniger: So bestand lediglich in der kreisfreien Stadt Darmstadt ein Überhang von neun Prozent des Beschäftigtenstands. In 13 Landkreisen entsprach die Unterdeckung mehr als einem Drittel des Beschäftigtenstands. Der Landesdurchschnitt lag bei 30 Prozent.

  • Bei den Krankenpflegehelfer/innen waren die Engpässe insgesamt niedriger ausgeprägt als bei den Altenpflegehelfer/innen. Jedoch gab es auch hier nur in einem Landkreis (Werra-Meißner-Kreis) einen Überhang. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren Angebot und Nachfrage ausgeglichen. Auf der anderen Seite machte die Unterdeckung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 60 Prozent des Beschäftigtenstands aus. Der hessische Durchschnitt lag bei 19 Prozent.

4. Stellenbesetzungssituation in der Kranken- und Altenpflege im Jahr 2018

Dass die Lage auf dem hessischen Pflegearbeitsmarkt im Jahr 2018 stark angespannt war, zeigt sich auch am Anteil der offenen Stellen, die nicht besetzt werden konnten, und an den von den Leistungserbringern artikulierten Stellenbesetzungsproblemen.

Stellenbesetzungssituation in Krankenhäusern und Rehakliniken

In den hessischen Krankenhäusern konnte im Jahr 2018 ein Teil der Pflegestellen nicht besetzt werden. Der Anteil nicht besetzter Stellen war für Pflegekräfte mit staatlich anerkannter Weiterbildung am höchsten. Er betrug 52 Prozent. Arbeitsplätze für Pflegefachkräfte mit Studienabschluss konnten zu 45 Prozent nicht besetzt werden. Darüber hinaus blieben 23 Prozent der angebotenen Arbeitsplätze für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen und 24 Prozent der Stellen für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen unbesetzt. Die wenigen von Krankenhäusern nachgefragten Arbeitsplätze für Altenpfleger/innen und Altenpflegehelfer/innen konnten zu 21 Prozent nicht besetzt werden. Von den offenen Stellen für Krankenpflegehelfer/innen und Pflegehilfskräfte blieben zwölf bzw. 30 Prozent vakant.

In Rehabilitationskliniken waren Stellenbesetzungsprobleme je nach Qualifikationsniveau anders ausgeprägt als in den Krankenhäusern. Von den Arbeitsplätzen für weitergebildete Pflegefachkräfte blieben 43 Prozent unbesetzt. Darüber hinaus erwies sich die Besetzung von Stellen für Pflegefachkräfte mitunter als problematisch; hier konnten elf Prozent der offenen Stellen für Altenpfleger/innen sowie über ein Drittel der Stellen für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen nicht besetzt werden. 44 Prozent der offenen Stellen für Krankenpflegehelfer/innen (zwölf Stellen in absoluten Zahlen) blieben vakant. Für die hier nicht genannten Berufsgruppen waren die Nachfrage bzw. die Fallzahlen so gering, dass eine Auswertung nicht sinnvoll erschien.

Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen zeigen sich auch am Anteil der Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken, die im Jahr 2018 nach eigenen Angaben Probleme bei der Besetzung offener Stellen hatten. So äußerten 74 Prozent der Krankenhäuser, die Pflegefachkräfte mit Studienabschluss oder staatlich anerkannter Weiterbildung gesucht hatten, dass es Probleme bei der Stellenbesetzung gab. Ebenfalls drei Viertel der Krankenhäuser artikulierten Probleme bei der Stellenbesetzung mit Pflegefachkräften ohne weiterer Qualifikation. Bei offenen Stellen für Pflegehelfer/innen ergab sich ein Anteil von 47 Prozent. Rehabilitationskliniken, die 2018 Pflegekräfte gesucht haben, gaben zu 63 Prozent Probleme bei der Besetzung offener Stellen für Pflegefachkräfte mit Studienabschluss oder Weiterbildung an. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Kliniken äußerte Stellenbesetzungsprobleme bei der Suche nach Pflegefachkräften ohne Weiterqualifizierung. Die Besetzung offener Stellen für Pflegehelfer/innen wurde von 75 Prozent als problembehaftet beschrieben. Für die Berufsgruppe der Pflegehilfskräfte waren die Fallzahlen zu gering, als dass eine aussagekräftige Auswertung möglich wäre.

Stellenbesetzungssituation in Einrichtungen der Altenpflege

Im Vergleich zu den Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken waren die Einrichtungen der Altenpflege im Jahr 2018 zum Teil mit noch größeren Stellenbesetzungsproblemen konfrontiert. In den ambulanten Pflegediensten konnten 45 Prozent der Arbeitsplätze für akademische Pflegekräfte und 52 Prozent der Arbeitsplätze für weitergebildete Pflegefachkräfte nicht besetzt werden. Auf einem ähnlich hohen Niveau lagen die Anteile unbesetzter Stellen für Altenpfleger/innen (42 Prozent) und Gesundheits- und Krankenpfleger/innen (53 Prozent). Die wenigen offenen Stellen für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen blieben sogar zu 82 Prozent unbesetzt. Auf der Qualifikationsebene der staatlich geprüften Alten- und Krankenpflegehelfer/innen blieben 28 bzw. 34 Prozent der offenen Stellen vakant. Auch Stellen für Pflegehilfskräfte konnten zu einem großen Teil (45 Prozent) nicht besetzt werden.

Im Sektor der stationären Altenpflege waren die Besetzungsschwierigkeiten etwas weniger stark ausgeprägt. Knapp die Hälfte (44 Prozent) der Stellen für Pflegefachkräfte mit akademischer Qualifikation blieben unbesetzt, sowie 44 Prozent der Stellen für Pflegefachkräfte mit Weiterbildungen. Etwas leichter gestaltete sich die Rekrutierung von Altenpfleger/innen (30 Prozent unbesetzte Stellen), wohingegen die Stellen für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen schwieriger zu besetzen waren (37 Prozent unbesetzte Stellen). Ähnlich große Probleme gab es bei der Suche nach staatlich geprüften Pflegehelfer/innen und Pflegehilfskräften, für die durchschnittlich 28 Prozent der Stellen nicht besetzt werden konnten. Dem Anteil der unbesetzten Arbeitsplätze für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen liegen so geringe Fallzahlen zugrunde, dass eine Auswertung nicht sinnvoll erschien.

Neben dem Anteil nicht besetzter Arbeitsplätze ist das Ausmaß der von den Einrichtungen artikulierten Stellenbesetzungsprobleme ein guter Indikator für die Arbeitsmarktsituation. Im Sektor der Altenpflege äußerten die Einrichtungen, die 2018 Pflegekräfte gesucht haben, ähnliche Probleme bei der Stellenbesetzung wie im Klinikbereich. 70 Prozent der ambulanten Einrichtungen, die Pflege(fach)kräfte mit weiteren Qualifikationen (Studienabschluss, Weiterbildung) gesucht hatten, gaben Stellenbesetzungsprobleme an. Bei den Pflegefachkräften ohne formale Weiterqualifizierung sprachen sogar mehr als acht von zehn (85 Prozent) der suchenden ambulanten Pflegeeinrichtungen von Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. 75 Prozent hatten zudem Probleme, Stellen für Pflegehelfer/innen zu besetzen. Gut die Hälfte der suchenden Pflegedienste hatten Probleme bei der Besetzung von Hilfskraft-Stellen. In stationären Pflegeeinrichtungen waren Stellenbesetzungsprobleme kaum weniger stark ausgeprägt: 68 Prozent der Einrichtungen gaben an, Probleme bei der Besetzung von Stellen für Pflege(fach)kräfte mit weiteren Qualifikationen (Studienabschluss oder Weiterbildung) gehabt zu haben. Bezüglich der Gruppen der Pflegefachkräfte ohne weitere formale Qualifikation sowie der einjährig ausgebildeten Pflegehelfer/innen waren es 80 bzw. 57 Prozent. Die Besetzung von Stellen für Hilfskräfte wurde von 51 Prozent der suchenden Einrichtungen als problembehaftet erlebt.


  1. Die Daten zur Arbeitskräftenachfrage stammen aus der Befragung aller Leistungserbringer in Hessen (Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen). Die Rückläufe in den einzelnen Sektoren lagen zwischen 51 und 66 Prozent. Die Befragungsdaten wurden auf die Grundgesamtheit aller Einrichtungen hochgerechnet. Die präsentierten Daten ermöglichen somit Aussagen hinsichtlich aller Einrichtungen in Hessen.

  2. Es handelt sich dabei um offene Stellen, die auch tatsächlich zu besetzen waren.

  3. Zum Umfang der aktivierbaren stillen Reserve sowie zum Stellenwechsel liegen keine Daten vor.

  4. Eine detaillierte methodische Beschreibung finden Sie unter Gliederungspunkt 1.2 Methoden und Datenqualität.