Sie befinden sich hier:

6.1 Überblick zur Ausbildungssituation

Auf einen Blick:

Im Vergleich der fünf Pflegeberufe sind die Schülerzahlen in der Altenpflege am höchsten, gefolgt von der Gesundheits- und Krankenpflege. Im Zeitverlauf zwischen den Schuljahren 2014/2015 und 2017/2018 zeigt sich für alle Berufe mit Ausnahme der Krankenpflegehilfe sowohl ein Anstieg der Schülerzahlen als auch ein Anstieg der Zahl der Ausbildungsanfänger/innen.

Der größte Teil der praktischen Ausbildungsplätze in der Altenpflege(hilfe) wurde im Jahr 2016 von den stationären Pflegeeinrichtungen angeboten. Nahezu sämtliche Einrichtungen (96 Prozent) haben angegeben, Altenpfleger/innen auszubilden. Gut acht von zehn (82 Prozent) haben Ausbildungsplätze für Altenpflegehelfer/innen angeboten. Von den ambulanten Pflegediensten bildeten 46 Prozent (Altenpfleger/in) bzw. 31 Prozent (Altenpflegehelfer/in) aus. Insgesamt bildeten mehr Einrichtungen aus als 2014.

Sieben von zehn Krankenhäusern im Bundesland bildete Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpfleger/innen aus. Die Krankenpflegehelferausbildung wurde nur von jedem zehnten Krankenhaus angeboten.

Stellt man die Absolventen/innen der Ausbildung im Jahr 2016 dem Beschäftigtenstand gegenüber, zeigt sich eine höhere Ausbildungsintensität in der Altenpflege als in der Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege. In der Altenpflege machten die Absolventen/innen 7% am Beschäftigtenstand aus, in der (Kinder-)Krankenpflege 4%. Darüber hinaus variiert die Ausbildungsintensität im regionalen Vergleich.

1. Ausbildungssituation in Hessen - Schülerdaten

Um die Ausbildungssituation in Hessen insgesamt und in den Regionen des Bundeslandes abzubilden, wird auf Daten aus der Schulstatistik des Hessischen Statistischen Landesamtes zurückgegriffen. Diese liefert jährlich Informationen zu den Schüler/innen in den Altenpflegeschulen und den Schulen des Gesundheitswesens. Belastbare Angaben liegen für die Schuljahre 2014/2015, 2015/2016, 2016/2017 und 2017/2018 vor (Stichtag: 01.10.). Zu beachten ist allerdings, dass die Schulen des Gesundheitswesens keiner gesetzlichen Auskunftspflicht unterliegen, die Altenpflegeschulen dagegen schon; insofern ist nicht zu vermeiden, dass für die Berufe der Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Krankenpflegehilfe die Daten an der einen oder anderen Stelle unvollständig sein können.

Im Vergleich der fünf Pflegeberufe sind die Schülerzahlen in der Altenpflege am höchsten. Zum 01.10.2017 befanden sich 4.187 Personen die Altenpflegeausbildung, gefolgt von 3.312 Schüler/innen in der Gesundheits- und Krankenpflege. In der Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in befanden sich 316 Personen. Sehr unterschiedlich hoch waren die Schülerzahlen in den beiden Pflegehelferausbildungen: Während 1.219 Personen die Altenpflegehilfeausbildung absolvierten, befanden sich nur 142 Personen in der Krankenpflegehilfeausbildung.

Im Zeitverlauf zwischen den Schuljahren 2014/2015 und 2017/2018 sind die Schülerzahlen in allen Pflegeberufen mit Ausnahme der Krankenpflegehilfe gestiegen. Prozentual ist der Anstieg in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege mit 11% am stärksten, in absoluten Zahlen entspricht dies einem Plus von 32 Auszubildenden. In der Altenpflege sind die Schülerzahlen im betrachteten Zeitraum um 8%, in der Altenpflegehilfe um 6% und in der Gesundheits- und Krankenpflege um immerhin 3% gestiegen.

Betrachtet man allerdings nur die Zahl der Ausbildungsanfänger/innen in den drei Fachkraftausbildungen, sieht das Bild etwas anders aus: In der Krankenpflege ist deren Zahl weitgehend konstant geblieben, in der Altenpflege zeigt sich ein Zuwachs. In absoluten Zahlen haben zwischen dem 01.10.2016 und dem 30.09.2017 nur 18 Personen mehr eine Krankenpflegeausbildung aufgenommen als zwischen dem 01.10.2013 und dem 30.09.2014 (+1%). In der Altenpflege waren es dagegen 159 mehr (+10%), in der Kinderkrankenpflege betrug der Zuwachs immerhin 14 Ausbildungsanfänger/innen (+13%).

2. Merkmale der Auszubildenden

Anhand der Schulstatistik für das Schuljahr 2017/2018 werden im Folgenden einzelne Merkmale der Schüler/innen näher beschrieben.

Ein Viertel der Ausbildungsanfänger/innen in der Altenpflege (25%) und ein noch etwas höherer Anteil der Schüler/innen in der Altenpflegehilfe (28%) und Krankenpflegehilfe (27%) hatten eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft. In der Krankenpflege (16%) und der Kinderkrankenpflege (6%) war deren Anteil deutlich geringer. Mit Ausnahme der Kinderkrankenpflege ist der Anteil nicht-deutscher Schüler/innen seit 2014 gestiegen.

Nimmt man die schulische Vorbildung der Ausbildungsanfänger/innen in den Blick, ergibt sich kein homogenes Bild für die Gruppe der angehenden Pflegefachkräfte und die der angehenden Pflegehelfer/innen: Von den Anfänger/innen in der Alten-, der Kranken- und der Kinderkrankenpflege hatte die Mehrzahl im Schuljahr 2017/2018 einen Realschulabschluss. In der Altenpflege handelte es sich um 52% der Anfänger/innen, in der Krankenpflege um 54%, in der Kinderkrankenpflege um 41%. Der Anteil der Anfänger/innen mit Hochschulreife war in der Altenpflegeausbildung niedriger als in den Krankenpflegeausbildungen.

Von den Ausbildungsanfänger/innen in der Altenpflegehilfe und der Krankenpflegehilfe brachte dagegen nur ein kleiner Teil einen höheren Schulabschluss als den Hauptschulabschluss mit. 63% der angehenden Krankenpflegehelfer/innen verfügen über einen Hauptschulabschluss, 31% über einen Realschulabschluss. Unter den angehenden Altenpflegehelfer/innen befanden sich sogar 81% mit einem Hauptschulabschluss und nur 16% mit einem Realschulabschluss.

Über den vorherigen Bildungsgang ließ sich rekonstruieren, aus welchen Bereichen die Ausbildungsanfänger/innen des Schuljahres 2017/2018 in die Ausbildung eingemündet waren. Von den Anfänger/innen der Altenpflegeausbildung hatten 65% vorher eine andere Berufsausbildung absolviert. Dabei handelte es sich nahezu ausschließlich um eine Ausbildung im Bereich der Altenpflegeberufe, d.h. mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Altenpflegehelferausbildung. Auch von den Auszubildenden in den Krankenpflegeberufen hatte ein großer Teil vorher eine andere Ausbildung absolviert. In 76% (Gesundheits- und Krankenpflege) bzw. 66% (Gesundheits- und Kinderkrankenpflege) handelte es sich dabei um eine Ausbildung in einem in der Statistik nicht näher bestimmten Gesundheitsberuf.

Weit heterogener war das Bild bei den angehenden Pflegehelfer/innen: Knapp ein Viertel der Anfänger/innen in der Alten- und der Krankenpflegehilfe kam direkt aus einer Erwerbstätigkeit. Ein weiteres Viertel war vermutlich vorher arbeitslos („nicht erwerbstätig/kein Bildungsgang“). Etwa ein Fünftel der angehenden Altenpflegehelfer/innen kam aus einer allgemeinbildender Schule oder einer anderen Berufsausbildung. Etwas höher war der Anteil der vormaligen Schüler/innen an einer allgemeinbildenden Schule in der Krankenpflegehilfeausbildung, wo dies auf jede/n Dritte/n zutraf.

Auch bezüglich der Altersstruktur der Schüler/innen ergeben sich Unterschiede: Während mit 45% ein großer Teil der Auszubildenden in der Altenpflege 27 Jahre und älter ist, trifft dies nur auf 14% der angehenden Krankenpfleger/innen und 5% der angehenden Kinderkrankenpfleger/innen zu. Die Auszubildenden dort sind mehrheitlich (53% in der Krankenpflege und sogar 63% in der Kinderkrankenpflege) zwischen 19 und 22 Jahren alt. Die Altersstruktur der Schüler/innen in den beiden Helfer-Ausbildungen unterscheidet sich weniger: Hier ist ein nicht unwesentlicher Teil der Schüler/innen nicht älter als 18 Jahre; in der Altenpflegehilfe trifft dies auf 24%, in der Krankenpflegehilfe auf 22% zu. Darüber hinaus ist der Anteil der über 27jährigen Auszubildenden sowohl in der Altenpflegehilfe mit 38% als auch in der Krankenpflegehilfe mit 29% bedeutsam.

3. Ausbildungsplätze in der Altenhilfe und in Krankenhäusern

Im Jahr 2016 haben 46 Prozent aller hessischen ambulanten Pflegeeinrichtungen Ausbildungsplätze für den Beruf ‚Altenpfleger/in’ und 31 Prozent für den Beruf ‚Altenpflegehelfer/in’ angeboten. Damit hat die Zahl der ausbildenden Pflegedienste deutlich zugenommen. Deutlich höher ist der Anteil der ausbildenden Einrichtungen allerdings im stationären Sektor: Dort haben im Jahr 2016 insgesamt 96 Prozent aller Einrichtungen Ausbildungsplätze für Altenpfleger/innen und 82 Prozent Ausbildungsplätze für Altenpflegehelfer/innen angeboten. Auch im stationären Bereich ist der Anteil der ausbildenden Einrichtungen angestiegen.

Nicht sämtliche von den Einrichtungen angebotenen Ausbildungsplätze konnten im Jahr 2016 tatsächlich besetzt werden. Der Anteil der besetzten Ausbildungsplätze lag im stationären Sektor höher als im ambulanten. In den stationären Pflegeeinrichtungen konnten 82 Prozent der Ausbildungsplätze für die dreijährige und 79 Prozent der Ausbildungsplätze für die einjährige Ausbildung besetzt werden. In den ambulanten Pflegediensten wurden 71 Prozent bzw. 69 Prozent der Ausbildungsplätze besetzt.

Auch in den ausbildenden Krankenhäusern konnte der Großteil der angebotenen Ausbildungsplätze im Jahr 2016 besetzt werden. In der Krankenpflege wurden 92 Prozent aller Plätze besetzt, in der Kinderkrankenpflege 86 Prozent und in der Krankenpflegehilfe 91 Prozent.

Von den Krankenhäusern, die sich an der Befragung im Hessischen Pflegemonitor beteiligt haben, bildeten 71 Prozent in der Gesundheits- und Krankenpflege aus. Ausbildungsplätze für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen haben 18 Prozent angeboten. Mit neun Prozent bieten dagegen nur wenige Krankenhäuser die Ausbildung zum/r Krankenpflegehelfer/in an.

4. Ausbildung in den Regionen

Die Schulstatistik des Hessischen Statistischen Landesamtes ermöglicht eine regionalisierte Betrachtung der Auszubildendenzahlen. Die Zuordnung der Schüler/innen zu einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt erfolgt allerdings nicht anhand ihres Wohnorts oder über die Adresse des Ausbildungsbetriebs, sondern über den Standort der Pflegeschule.

Die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege war im Schuljahr 2017/2018 in den Städten Frankfurt am Main und Wiesbaden am höchsten. Dort absolvierten 647 bzw. 425 Schüler/innen die Ausbildung. Die Pflegeschulen in den beiden Städten kompensierten damit auch die fehlenden schulischen Ausbildungskapazitäten im angrenzenden Main-Taunus-Kreis und Rheingau-Taunus-Kreis. Ansonsten existierten in allen Landkreisen und kreisfreien Städten schulische Ausbildungsangebote.

Die Auszubildenden in der Altenpflegehilfe verteilten sich - wie in der Altenpflege - nahezu über das gesamte Bundesland. In lediglich vier Landkreisen existierte kein schulisches Ausbildungsangebot (Landkreis Kassel, Main-Taunus-Kreis, Odenwaldkreis und Rheingau-Taunus-Kreis). Am höchsten waren die Schülerzahlen wiederum in Frankfurt am Main und in Wiesbaden (je 136 Auszubildende), gefolgt vom Main-Kinzig-Kreis (106 Auszubildende) und der Stadt Kassel (100 Auszubildende).

In der Gesundheits- und Krankenpflege lagen die Ausbildungszahlen in Frankfurt am Main (486 Auszubildende) und im Landkreis Waldeck-Frankenberg (378 Auszubildende) besonders hoch. Zu bedenken ist allerdings, dass die Krankenpflegeschulen keiner gesetzlichen Auskunftspflicht unterliegen; insofern haben möglicherweise nicht sämtliche Schulen an der Erhebung teilgenommen. Infolgedessen können die Schülerzahlen unvollständig sein.

Um das Ausmaß der Ausbildungsintensität im regionalen Vergleich und zwischen den Berufen noch besser bewerten zu können, wurden die Absolventenzahlen aus dem Jahr 2016 in Relation zum Beschäftigtenstand Ende des Jahres 2015 gesetzt. Das Ergebnis zeigt, um wie viel Prozent sich der Beschäftigtenstand innerhalb eines Jahres rein rechnerisch durch Ausbildung „erneuert“ hat.

In der Altenpflege machten die Absolventen/innen des Jahres 2016 hessenweit 7% am Beschäftigtenstand aus. Die Ausbildungsintensität variiert im regionalen Vergleich aber stark. So „erneuerten“ sie den Beschäftigtenstand in der Stadt Wiesbaden um 19%; daneben lagen vier weitere Gebietskörperschaften deutlich über dem Landesschnitt (Stadt Kassel, Marburg-Biedenkopf, Darmstadt-Dieburg, Frankfurt am Main). Sieben Regionen lagen leicht, sechs weitere deutlich unter dem Durchschnittswert.

In der Kranken- und Kinderkrankenpflege, die hier gemeinsam betrachtet werden, entsprach die Zahl der Absolventen/innen in Hessen 4% des Beschäftigtenstandes. Die Ausbildungsintensität ist folglich etwas geringer als in der Altenpflege. Zudem ist die Variation geringer. Am höchsten lag die Ausbildungsintensität in der Stadt Offenbach (8%) und im Main-Kinzig-Kreis (6%). Weitere sieben Regionen lagen über dem Landesschnitt, neun andere allerdings auch mit weniger als 2,3% weit darunter.