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3.1 Überblick Arbeitsmarkt

Auf einen Blick:

Im Jahr 2016 wurden in Hessen in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken insgesamt 17.652 Pflegekräfte gesucht.

Größter Nachfrager waren die Altenpflegeeinrichtungen, die 80 Prozent aller zu besetzenden Stellen für Pflegekräfte anboten.

52 Prozent der Gesamtnachfrage entfielen auf Pflegefachkräfte. Staatlich geprüfte Altenpfleger/innen sowie Gesundheits- und Krankenpfleger/innen waren die am stärksten nachgefragten Berufsgruppen.

Hessenweit reichte im Jahr 2016 das Angebot an Pflegekräften nicht aus, um die Nachfrage befriedigen zu können. Es ergab sich – mit Ausnahme der akademischen Pflegekräfte – für alle Qualifikationsstufen ein Fachkräfteengpass, der insbesondere bei den Altenpfleger/innen, den Gesundheits- und Krankenpfleger/innen sowie den weitergebildeten Pflegefachkräften groß ausfiel.

Setzt man die Salden in Relation zum aktuellen Beschäftigtenstand, so wird erkennbar, wie viel die festgestellte Unterdeckung in Prozent bezogen auf den aktuellen Beschäftigtenstand ausmacht. Demnach waren die Engpässe bezogen auf den Beschäftigtenbestand bei den Altenpflegehelfer/innen mit 18 Prozent sowie den Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen mit 15 Prozent am stärksten ausgeprägt.

Für die Berufsgruppe der Gesundheits- und Krankenpfleger/innen sind die Engpässe in absoluten Zahlen und relativ zum Beschäftigtenbestand in den kreisfreien Städten Frankfurt und Wiesbaden am größten. Für die Altenpfleger/innen ergibt sich ein differenzierteres Bild: In absoluten Zahlen ist die Arbeitsmarktlage im Landkreis Kassel, in Frankfurt und im Main-Taunus-Kreis am stärksten angespannt. Betrachtet man die Salden in Relation zum Beschäftigtenstand, zeigt sich eine stark angespannte Arbeitsmarktlage auch im Rheingau-Taunus-Kreis, im Landkreis Offenbach und im Hochtaunuskreis.

Bezogen auf Gesamthessen konnte in allen vier Versorgungsbereichen im Jahr 2016 ein Teil der offenen Stellen nicht besetzt werden. Ambulante Pflegeeinrichtungen hatten die größten Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung.

1. Nachfrage nach Pflegekräften im Jahr 20161

Insgesamt wurden im Jahr 2016 von allen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie allen Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken 17.652 Pflegekräfte gesucht.2 Am häufigsten wurden staatlich geprüfte Pflegefachkräfte ohne formale Weiterqualifizierung nachgefragt, wobei 4.678 Altenpfleger/innen, 3.875 Gesundheits- und Krankenpfleger/innen und 603 Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen gesucht wurden. Zusätzlich wurden 2.618 Pflegefachkräfte mit staatlich anerkannten Weiterbildungsabschlüssen sowie 287 Pflege(fach)kräfte mit einem pflegebezogenen Studienabschluss nachgefragt. Neben Pflegefachkräften bestand auch eine Nachfrage nach staatlich geprüften Pflegehelfer/innen in Höhe von 2.962 Personen und nach angelernten und anzulernenden Hilfskräften in Höhe von 2.629 Personen.

Der Umfang der Nachfrage und – soweit relevant – die Art der fachlichen Ausrichtung, variierten zwischen Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken sowie ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen bei den unterschiedlichen Qualifikationen zum Teil erheblich:

  • Mehr als zwei Drittel der Pflege(fach)kräfte mit Studienabschluss wurden im Jahr 2016 von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen gesucht (211 von 287).

  • Auch Pflegefachkräfte mit staatlich anerkanntem Weiterbildungsabschluss wurden größtenteils von Einrichtungen der Altenhilfe gesucht. 71 Prozent der Gesamtnachfrage entfiel auf die ambulanten und stationären Einrichtungen. Eine sehr geringe Nachfrage bestand im Jahr 2016 in Rehabilitationskliniken (sechs Prozent der Gesamtnachfrage). Bei einer nach der fachlichen Ausrichtung differenzierten Betrachtung zeigte sich, dass am häufigsten die Abschlüsse „Fachpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie“ (561 Personen), „Stations-, Gruppen- und Wohnbereichsleitung“ (465 Personen) sowie „Praxisanleiter/in“ (425 Personen) nachgefragt wurden.

  • Die meisten staatlich geprüften Pflegefachkräfte (ohne weitere formale Qualifikationen) wurden von ambulanten (3.693 Personen) und stationären Pflegeeinrichtungen (2.960 Personen) gesucht. Damit entfielen 72 Prozent der Nachfrage nach dieser Berufsgruppe im Jahr 2016 auf die Einrichtungen der Altenhilfe. In den Krankenhäusern waren 2.092 Stellen, in den Rehabilitationskliniken 411 Stellen zu besetzen. Auf erstere entfielen 23 Prozent, auf letztere vier Prozent der Gesamtnachfrage. Während im Klinikbereich fast ausschließlich Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger/innen gesucht wurden, waren Altenpfleger/innen die am stärksten nachgefragte Berufsgruppe in den Altenhilfeeinrichtungen. In den ambulanten Pflegeeinrichtungen wurden 2.161 Altenpfleger/innen gesucht, in den stationären Pflegeeinrichtungen 2.455.

  • 97 Prozent der Nachfrage nach staatlich geprüften Pflegehelfer/innen entfiel auf die ambulanten Dienste und stationären Altenpflegeeinrichtungen (2.878 von 2.962). Die Zahl der zu besetzenden Stellen war in beiden Sektoren etwa gleich groß. Gesucht wurden vor allem Altenpflegehelfer/innen (86 Prozent der Nachfrage nach Pflegehelfer/innen). Krankenpflegehelfer/innen wurden zum größten Teil in ambulanten Diensten nachfragt.

  • Im Jahr 2016 betrug die Anzahl der gesuchten angelernten bzw. anzulernenden Pflegehilfskräfte 2.629 Personen. Davon wurden die meisten von ambulanten (58 Prozent) und stationären Pflegeeinrichtungen (38 Prozent) nachgefragt. In Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken gab es dagegen kaum offene Stellen für diese Gruppe.

2. Zusammenführung von Pflegekräfteangebot und -nachfrage im Jahr 2016

Die Nachfrage nach Pflegekräften wird mit dem verfügbaren Angebot zusammengeführt, um zu einer Einschätzung der Pflegekräftesituation im Jahr 2016 zu gelangen. Diese Einschätzung dient insbesondere der Identifikation von Unterdeckung, Überhang oder Ausgleich zwischen Nachfrage und Angebot in einzelnen Berufen und Qualifikationsebenen. Das Angebot, das der Nachfrage gegenübergestellt wird, berücksichtigt vermittelbare arbeitslose Pflegekräfte und Absolventen/innen.3

Da sich die Nachfrage auf alle im Jahr 2016 gesuchten Pflegekräfte bezieht, handelt es sich um eine sogenannte Jahresbruttogröße. Entsprechend ist auch das Angebot, das auf diese Nachfrage zu beziehen ist, als Jahresbruttogröße auszuweisen. Dies bedeutet, dass alle vermittelbaren arbeitslosen Pflegekräfte und alle Absolventen/innen, die im Jahr 2016 zwecks Deckung der Nachfrage zur Verfügung standen, Berücksichtigung finden.4

Die Zusammenführung erfolgt, indem die Bruttogröße der Nachfrage von den Bruttowerten des Angebots abgezogen wird. Der auf diese Weise ermittelte Saldo gibt Auskunft über das Maß, in welchem das Angebotspotential zur Befriedigung der Nachfrage genügt. Saldenwerte, die gleich Null sind oder nur geringfügig abweichen, werden so interpretiert, dass der Umfang des Angebots ausreichend zur Deckung der Nachfrage war. Werte, die deutlich größer als Null sind, weisen auf einen Angebotsüberhang und negative Werte auf ein quantitativ zu geringes Angebot für die bestehende Nachfrage hin.

Im Jahr 2016 konnte in nahezu allen betrachteten Pflegeberufen die Gesamtnachfrage der Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege nicht gedeckt werden. Die quantitativ größte Lücke ergab sich für die Altenpfleger/innen. In dieser Berufsgruppe wurden 2.576 Personen mehr gesucht, als an Angebot zur Verfügung stand. Auch bei den Gesundheits- und Krankenpfleger/innen überstieg die Nachfrage das Angebot mit 1.791 Personen deutlich. Ebenfalls hoch war die Lücke bei Pflegefachkräften mit staatlich anerkannter Weiterbildung (-1.495). Ein großer Engpass zeigte sich zudem bei den staatlich geprüften Pflegehelfer/innen. Die einzige Berufsgruppe, in der sich ein Angebotsüberhang (in Höhe von acht Personen) zeigte, war die der Pflege(fach)kräfte mit pflegebezogenem Studienabschluss. Insgesamt reichte das verfügbare Angebot an Pflegekräften im Jahr 2016 in Hessen rechnerisch nicht aus, um die bestehende Nachfrage zu befriedigen.

Dabei weist die hessenweite Situation einige regionale Unterschiede auf. Differenziert man die Analyse der einzelnen Qualifikationsstufen nach den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten, kam es nicht in allen Regionen zu einem Engpass.

  • Hinsichtlich der Pflege(fach)kräfte, die über einen Studienabschluss in einem pflegebezogenen Studiengang verfügen, bestand in den Städten Darmstadt, Frankfurt, Kassel und im Landkreis Fulda ein Überhang, da dort die Hochschulen mit Pflegestudiengängen ihren Standort haben und das Angebot dort entsprechend hoch ist. In vielen Gebietskörperschaften herrschte eine nahezu ausgeglichene Arbeitsmarktsituation. Unterdeckungen in Höhe von mehr als 15 Personen fanden sich in den Landkreisen Lahn-Dill-Kreis, Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg sowie in den kreisfreien Städten Offenbach und Wiesbaden.

  • Die Salden von Arbeitskräfteangebot und -Nachfrage für Pflegefachkräfte mit einem staatlich anerkannten Weiterbildungsabschluss waren im Jahr 2016 auf Landesebene durchgehend negativ. Die Qualifikation mit der hessenweit größten Unterdeckung war die der Fachpfleger/innen für Intensivpflege und Anästhesie: hier wurden 548 Arbeitskräfte mehr gesucht als auf dem Arbeitsmarkt verfügbar waren. Das kleinste Defizit in Höhe von 4 Personen ergab sich bei den Praxisanleiter/innen.

  • Das Angebot an staatlich geprüften Altenpflegern/innen reichte im Jahr 2016 in keiner Region aus, um die Nachfrage der Einrichtungen zu decken. In allen anderen Gebietskörperschaften zeigten sich Unterdeckungen. Die größten Engpässe ergaben sich im Landkreis Kassel. Allerdings fehlten auch im Main-Taunus-Kreis und im Schwalm-Eder-Kreis der kreisfreien Stadt Frankfurt mehr als 150 Altenpfleger/innen.

  • Wie bei den Altenpfleger/innen war auch der Arbeitsmarkt für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen im Jahr 2016 in den meisten Regionen Hessens im Ungleichgewicht. In 12 der 26 Gebietskörperschaften fehlten mehr als 50 Personen. In den Städten Frankfurt und Wiesbaden fehlten sogar jeweils mehr als 250 Fachkräfte. Lediglich in den Landkreisen Groß-Gerau und Limburg-Weilburg überstieg das Angebot die Nachfrage leicht.

  • Für die Berufsgruppe der Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen waren Angebot und Nachfrage in vielen Kreisen und kreisfreien Städten weitgehend im Gleichgewicht. In den Landkreisen Gießen und Kassel, im Schwalm-Eder-Kreis und im Werra-Meißner-Kreis sowie in den kreisfreien Städten Kassel und Wiesbaden zeigten sich stärkere Engpässe. In neun Landkreisen gab es hingegen leichte Angebotsüberhänge.

  • Auch die Arbeitsmarktlage für staatlich geprüfte Altenpflegehelfer/innen unterschied sich regional: In vier Landkreisen und kreisfreien Städten reichte das Angebot rein rechnerisch aus, um die Nachfrage zu decken. In 18 der 26 Gebietskörperschaften fehlten allerdings 20 und mehr Personen. Mit einer Unterdeckung von 133 Personen waren Angebot und Nachfrage in der Stadt Frankfurt besonders stark im Ungleichgewicht. Dagegen zeigte sich für die kreisfreie Stadt Wiesbaden ein Überhang von 36 Personen.

  • Für Krankenpflegehelfer/innen waren die regionalen Arbeitsmärkte in der Mehrheit im Gleichgewicht. In einigen wenigen Regionen zeigten sich jedoch ausgeprägte Engpässe: Über 20 Krankenpflegehelfer/innen fehlten im Landkreis Groß-Gerau, im Wetteraukreis sowie in den Städten Kassel und Wiesbaden. Im Werra-Meißner-Kreis sowie im Main-Kinzig-Kreis waren hingegen Überhänge von mehr als 20 Personen zu verzeichnen.

3. Arbeitsmarktlage in Relation zum Beschäftigtenstand

Die absoluten Zahlen zu Überhängen oder Engpässen geben einen ersten Überblick zur Fachkräftesituation in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Um das Ausmaß von Überhängen oder Engpässen im regionalen Vergleich und zwischen den Berufen bewerten zu können, ist allerdings eine relative Betrachtung der Salden bezogen auf den Beschäftigtenstand besser geeignet. Dafür werden die Überhänge bzw. Engpässe in Beziehung zum Beschäftigtenstand in den jeweiligen Regionen gesetzt. Grundlage für die Berechnung sind die Beschäftigtendaten aus der Pflegestatistik, der Krankenhausstatistik und der Statistik der Vorsorge- und Rehabilitationskliniken für das Jahr 2015.

Setzt man die Salden in Relation zum aktuellen Beschäftigtenstand, so wird erkennbar, wie viel die festgestellte Unterdeckung in Prozent bezogen auf den aktuellen Beschäftigtenstand ausmacht. Regional unterschiedliche Arbeitsmarktlagen werden bei dieser Betrachtung deutlich.

  • Für die Berufsgruppe der Altenpflegern/innen war die Unterdeckung im Main-Taunus-Kreis und im Rheingau-Taunus-Kreis besonders groß: In diesen Regionen entsprach der Fachkräfteengpass mehr als 30 Prozent des Beschäftigtenstands. 15 Landkreise und kreisfreie Städte lagen hingegen unter dem hessischen Durchschnitt von 14 Prozent.

  • Etwas weniger stark angespannt waren die regionalen Arbeitsmärkte für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen. Zwar konnte die Nachfrage nur in den Kreisen Groß-Gerau, Limburg-Weilburg und im Main-Kinzig-Kreis vollständig gedeckt werden und in der Stadt Wiesbaden fehlte ein Äquivalent von 16 Prozent der 2015 beschäftigten Fachkräfte. Allerdings machte die Unterdeckung in keiner weiteren Region mehr als elf Prozent des Beschäftigtenstands aus. Der hessische Durchschnitt lag bei 5 Prozent.

  • Für die Berufsgruppe der Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen zeigte sich ein differenzierteres Bild: In elf Regionen konnte die Nachfrage der Einrichtungen gedeckt werden. Aufgrund eines besonders niedrigen Beschäftigtenstands bei gleichzeitig sehr hoher Nachfrage wurden im Landkreis Kassel und im Schwalm-Eder-Kreis hingegen ein extremer Fachkräfteengpass von über hundert Prozent des Beschäftigtenstands sichtbar, im Werra-Meißner-Kreis waren es sogar 244 Prozent. Der hessische Durchschnitt lag bei 15 Prozent.

  • Auch bei den staatlich geprüften Altenpflegehelfer/innen unterschieden sich die relativen Salden im regionalen Vergleich: So bestand in drei Regionen ein Überhang, wobei dieser nur in der kreisfreien Stadt Wiesbaden ein Fünftel des Beschäftigtenstands überstieg. Auf der anderen Seite entsprach die Unterdeckung in neun Landkreisen mehr einem Drittel des Beschäftigtenstands. Der Landesdurchschnitt lag bei 18 Prozent.

  • Bei den Krankenpflegehelfer/innen waren die Engpässe insgesamt niedriger ausgeprägt als bei den Altenpflegehelfer/innen. In acht Landkreisen war das Angebot größer als die Nachfrage. Auf der anderen Seite machte die Unterdeckung im Vogelsbergkreis und den kreisfreien Städten Offenbach und Wiesbaden mehr als 20 Prozent des Beschäftigtenstands aus. Der hessische Durchschnitt lag bei 6 Prozent.

4. Stellenbesetzungssituation in der Kranken- und Altenpflege im Jahr 2016

Dass die Lage auf dem hessischen Pflegearbeitsmarkt im Jahr 2016 stark angespannt war, zeigt sich auch am Anteil der offenen Stellen, die nicht besetzt werden konnten, und an den von den Leistungserbringern artikulierten Stellenbesetzungsproblemen.

Stellenbesetzungssituation in Krankenhäusern und Rehakliniken

In den hessischen Krankenhäusern konnte im Jahr 2016 ein Teil der Pflegestellen nicht besetzt werden. Der Anteil nicht besetzter Stellen war für Pflegekräfte mit staatlich anerkannter Weiterbildung am höchsten. Er betrug 51 Prozent. Arbeitsplätze für Pflegefachkräfte mit Studienabschluss konnten zu 26 Prozent nicht besetzt werden. Darüber hinaus blieben 19 Prozent der angebotenen Arbeitsplätze für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen und 25 Prozent der Stellen für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen unbesetzt. Die wenigen von Krankenhäusern nachgefragten Arbeitsplätze für Altenpfleger/innen und Altenpflegehelfer/innen konnten fast alle besetzt werden. Von den offenen Stellen für Krankenpflegehelfer/innen und Pflegehilfskräfte blieben hingegen drei bzw. 18 Prozent vakant.

In Rehabilitationskliniken waren Stellenbesetzungsprobleme je nach Qualifikationsniveau anders ausgeprägt als in den Krankenhäusern. Nur eine der neun offenen Stellen für Pflege(fach)kräfte mit Studienabschluss konnte besetzt werden, von den Arbeitsplätzen für weitergebildete Pflegefachkräfte blieben 75 Prozent unbesetzt. Darüber hinaus erwies sich die Besetzung von Stellen für Pflegefachkräfte mitunter als problematisch; hier konnten 23 Prozent der offenen Stellen für Altenpfleger/innen sowie knapp ein Drittel der Stellen für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen nicht besetzt werden. Für die Berufsgruppe der Pflegehelfer/innen und Pflegehilfskräfte waren die Nachfrage bzw. die Fallzahlen so gering, dass eine Auswertung hier nicht sinnvoll erschien.

Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen zeigen sich auch am Anteil der Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken, die im Jahr 2016 nach eigenen Angaben Probleme bei der Besetzung offener Stellen hatten. So äußerten vier von fünf (80 Prozent) der Krankenhäuser, die Pflegefachkräfte mit Studienabschluss oder staatlich anerkannter Weiterbildung gesucht hatten, dass es Probleme bei der Stellenbesetzung gab. 72 Prozent der Krankenhäuser artikulierten Probleme bei der Stellenbesetzung mit Pflegefachkräften ohne weitere Qualifikation. Bei offenen Stellen für Pflegehelfer/innen ergab sich ein Anteil von 55 Prozent. Rehabilitationskliniken, die 2016 Pflegekräfte gesucht haben, gaben zu 73 Prozent Probleme bei der Besetzung offener Stellen für Pflegefachkräfte mit Studienabschluss oder Weiterbildung an. Zwei Drittel (66 Prozent) der Kliniken äußerte Stellenbesetzungsprobleme bei der Suche nach Pflegefachkräften ohne Weiterqualifizierung. Auch die Besetzung offener Stellen für Pflegehelfer/innen wurde von über der Hälfte der Einrichtungen (57 Prozent) als problembehaftet beschrieben. Für die Berufsgruppe der Pflegehilfskräfte sind die Fallzahlen zu gering, als dass eine aussagekräftige Auswertung möglich ist.

Stellenbesetzungssituation in Einrichtungen der Altenpflege

Im Vergleich zu den Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken waren die Einrichtungen der Altenpflege im Jahr 2016 mit noch größeren Stellenbesetzungsproblemen konfrontiert. In den ambulanten Pflegediensten konnten 56 Prozent der Arbeitsplätze für akademische Pflegekräfte und 43 Prozent der Arbeitsplätze für weitergebildete Pflegefachkräfte nicht besetzt werden. Etwas niedriger, aber dennoch auf hohem Niveau liegen die Anteile unbesetzter Stellen für Altenpfleger/innen (32 Prozent) und Gesundheits- und Krankenpfleger/innen (37 Prozent). Die wenigen Stellen für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen blieben sogar zu 66 Prozent unbesetzt. Auf der Qualifikationsebene der staatlich geprüften Alten- und Krankenpflegehelfer/innen blieben 25 bzw. 41 Prozent der offenen Stellen vakant. Selbst Stellen für Pflegehilfskräfte konnten zum Teil (12 Prozent) nicht besetzt werden.

Im Sektor der stationären Altenpflege waren die Besetzungsschwierigkeiten kaum weniger stark ausgeprägt. Etwa die Hälfte (52 Prozent) der Stellen für Pflegefachkräfte mit akademischer Qualifikation blieben unbesetzt, sowie 39 Prozent der Stellen für Pflegefachkräfte mit Weiterbildungen. Etwas leichter gestaltete sich die Rekrutierung von Altenpfleger/innen (28 Prozent unbesetzte Stellen), wohingegen die Stellen für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen wiederum schwieriger zu besetzen waren (55 Prozent unbesetzte Stellen). Der Anteil der unbesetzten Arbeitsplätze für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen war mit 84 Prozent noch einmal deutlich höher. Geringere Probleme gab es bei der Suche nach staatlich geprüften Pflegehelfer/innen und Pflegehilfskräften, für die durchschnittlich 12 Prozent der Stellen nicht besetzt werden konnten.

Neben dem Anteil nicht besetzter Arbeitsplätze ist das Ausmaß der von den Einrichtungen artikulierten Stellenbesetzungsprobleme ein guter Indikator für die Arbeitsmarktsituation. Im Sektor der Altenpflege äußerten die Einrichtungen, die 2016 Pflegekräfte gesucht haben, ähnliche Probleme bei der Stellenbesetzung wie im Klinikbereich. Ambulante Einrichtungen, die Pflege(fach)kräfte mit weiteren Qualifikationen (Studienabschluss, Weiterbildung) suchten, gaben 74 Prozent Stellenbesetzungsprobleme an. Bei den Pflegefachkräften ohne formale Weiterqualifizierung sprachen sogar acht von zehn der suchenden ambulanten Pflegeeinrichtungen von Stellenbesetzungsproblemen. 70 Prozent hatten Schwierigkeiten, Stellen für Pflegehelfer/innen zu besetzen. Gut fünf von zehn suchende Pflegedienste hatten Probleme bei der Besetzung von Hilfskraft-Stellen. Die stationären Pflegeeinrichtungen berichteten von ähnlichen Stellenbesetzungsproblemen: 59 Prozent der Einrichtungen gab an, Probleme bei der Besetzung von Stellen für Pflege(fach)kräfte mit weiteren Qualifikationen (Studienabschluss oder Weiterbildung) gehabt zu haben. Bezüglich der Gruppen der Pflegefachkräfte ohne weitere formale Qualifikation sowie der einjährig ausgebildeten Pflegehelfer/innen waren es 72 bzw. 57 Prozent. Die Besetzung von Stellen für Hilfskräfte wurde von 42 Prozent der suchenden Einrichtungen als problembehaftet erlebt.


  1. Die Daten zur Arbeitskräftenachfrage stammen aus der Befragung aller Leistungserbringer in Hessen (Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen). Die Rückläufe in den einzelnen Sektoren lagen zwischen 55 und 72 Prozent. Die Befragungsdaten wurden auf die Grundgesamtheit aller Einrichtungen hochgerechnet. Die präsentierten Daten ermöglichen somit Aussagen hinsichtlich aller Einrichtungen in Hessen.

  2. Es handelt sich dabei um offene Stellen, die auch tatsächlich zu besetzen waren.

  3. Zum Umfang der aktivierbaren stillen Reserve sowie zum Stellenwechsel liegen keine Daten vor.

  4. Eine detaillierte methodische Beschreibung finden Sie unter Gliederungspunkt 1.2 Methoden und Datenqualität.