2.1 Überblick zum Beschäftigtenbestand

Auf einen Blick:

Die Mehrheit der Pflegekräfte arbeitete im Jahr 2015 in Einrichtungen der Altenhilfe. Davon waren etwa zwei Drittel der Beschäftigten in stationären und etwa ein Drittel in ambulanten Pflegeeinrichtungen tätig. Staatlich geprüfte Pflegefachkräfte machten dort den größten Teil des qualifizierten Pflegepersonals aus.

In der ambulanten Pflege waren etwas mehr Gesundheits- und Krankenpfleger/innen als Altenpfleger/innen beschäftigt, in der stationären Pflege waren die Altenpfleger/innen mit Abstand die größte Gruppe.

Die Teilzeitquote in den Altenhilfeeinrichtungen ist hoch und unterscheidet sich von Beruf zu Beruf. Je niedriger das Qualifikationsniveau, desto mehr Personen sind in Teilzeit beschäftigt. Die Teilzeitquote für die drei- und einjährig ausgebildeten Pflegekräfte lag in der stationären Pflege bei durchschnittlich 52 Prozent, in der ambulanten Pflege waren mit 66 Prozent sogar knapp zwei Drittel in Teilzeit beschäftigt.

Für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen waren Krankenhäuser im Jahr 2015 der größte Arbeitgeber. Die Berufsgruppe bildet dort die größte Gruppe innerhalb des gesamten Pflegepersonals.

In den Rehabilitationskliniken sind mehr als zehn Mal weniger Pflegekräfte beschäftigt als in den Krankenhäusern. Auch dort stellen Gesundheits- und Krankenpfleger/innen den Großteil des Pflegepersonals.

Die Teilzeitquoten des Pflegepersonals sind in Krankenhäusern etwas niedriger als in den Einrichtungen der Altenhilfe und in den Rehabilitationskliniken.

1. Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen

Nach Angaben der Pflegestatistik1 waren im Jahr 2015 insgesamt 73.514 Pflegekräfte in Einrichtungen der Altenhilfe beschäftigt.2 Der größte Teil, 49.122 Personen, arbeitete in (teil)stationären Pflegeeinrichtungen. Mit 24.392 Personen waren halb so viele Personen in ambulanten Pflegediensten beschäftigt. Die Verteilung der Beschäftigten auf die Berufsgruppen und Qualifikationsebenen variierte zwischen den beiden Sektoren deutlich, wobei das ‚sonstige Pflegepersonal‘ jeweils den größten Anteil ausmachte.

Von den ausgebildeten Pflegekräften in ambulanten Pflegediensten stellten Gesundheits- und Krankenpfleger/innen mit 5.550 Personen die größte Gruppe. Darüber hinaus waren 5.215 Altenpfleger/innen beschäftigt. Die meisten Pflegekräfte waren in der kreisfreien Stadt Frankfurt tätig (3.754), gefolgt von der Stadt Kassel (1.774) und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf (1.519). Am niedrigsten waren die Beschäftigtenzahlen in Pflegediensten im Odenwaldkreis (386). Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten in ambulanten Diensten variierte bei allen Berufsgruppen – mit Ausnahme der akademischen Pflegekräfte – zwischen 59 Prozent und 80 Prozent. Je niedriger das Qualifikationsniveau der Beschäftigten, desto höher war tendenziell auch die Teilzeitquote. Die höchste Teilzeitquote wiesen in ambulanten Pflegediensten die Krankenpflegehelfer/innen mit 80 Prozent auf.

In den stationären Pflegeeinrichtungen stellten Altenpfleger/innen mit 13.347 Personen die größte Gruppe der beschäftigten Pflegekräfte. Gesundheits- und Krankenpfleger/innen bildeten mit 3.362 Beschäftigten die zweitstärkste Berufsgruppe. Im Vergleich zu den ambulanten Diensten waren auch die einjährig ausgebildeten Pflegehelfer/innen mit 3.710 Altenpflegehelfer/innen und 947 Krankenpflegehelfer/innen stark vertreten. Pflege(fach)kräfte mit Studienabschluss waren mehr als doppelt so viele in stationären wie in ambulanten Einrichtungen beschäftigt (282 im stationären Bereich zu 131 im ambulanten). Die meisten Beschäftigten fanden sich in der Stadt Frankfurt (4.172) und dem Main-Kinzig-Kreis (3.103). Verhältnismäßig wenige Pflegekräfte sind in stationären Pflegeeinrichtungen in der Stadt Offenbach (744) tätig. Die Teilzeitquote ist insgesamt etwas niedriger als in der ambulanten Pflege. Sie lag im Jahr 2015 für staatlich geprüfte Pflegefachkräfte bei durchschnittlich 52 Prozent. Alten- und Krankenpflegehelfer/innen waren sogar zu fast zwei Drittel in Teilzeit beschäftigt (66 bzw. 64 Prozent). Die Teilzeitquote für an- und ungelernte Pflegehilfskräfte lag mit 75 Prozent leicht niedriger als im ambulanten Bereich.

2. Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken

Nach den Daten der Krankenhausstatistik3 waren im Jahr 2015 insgesamt 30.948 Pflegekräfte in den Krankenhäusern Hessens beschäftigt. Den weitaus größten Teil bildete mit 23.996 Personen die Berufsgruppe der Gesundheits- und Krankenpfleger/innen. Diese waren zu 47 Prozent in Teilzeit beschäftigt. Etwa genauso häufig in Teilzeit arbeiteten Krankenpflegehelfer/innen (46 Prozent), höher lagen die Teilzeitquoten in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege (56 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten variierte im regionalen Vergleich stark4. Im Versorgungsgebiet Frankfurt-Offenbach waren mit 9.216 Pflegekräften die meisten, im Versorgungsgebiet Fulda-Bad Hersfeld mit 2.814 Pflegekräften die wenigsten Pflegekräfte tätig.

Im Bereich der Rehabilitationskliniken waren im Jahr 2015 insgesamt 2.231 Pflegekräfte beschäftigt. Mit 1.707 Personen waren auch hier die Gesundheits- und Krankenpfleger/innen die größte Berufsgruppe. Gesundheits- und Kinderkranken-pfleger/innen waren dagegen kaum in Rehabilitationskliniken tätig. Die Teilzeitquote lag für Krankenpfleger/innen im Vergleich zu den anderen Berufsgruppen in Rehabilitationskliniken mit 51 Prozent am niedrigsten. Die hohe Teilzeitquote in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege (85 Prozent) muss vor dem Hintergrund kleiner Fallzahlen interpretiert werden: Lediglich 13 Kinderkrankenpfleger/innen sind in hessischen Rehabilitationskliniken beschäftigt. Auch der regionale Vergleich zeigte im Jahr 2015 deutliche Unterschiede bei der Zahl der beschäftigten Pflegekräfte. Die größte Anzahl der Pflegekräfte war im Versorgungsgebiet Kassel tätig (818 Personen) und die geringste Zahl im Versorgungsgebiet Darmstadt (79 Personen).


  1. Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt

  2. In der Pflegestatistik können nur qualifizierte Pflegekräfte eindeutig identifiziert werden. Angelernte Pflegehilfskräfte sind in der Kategorie ‚sonstiges Personal’ erfasst. Dort sind jedoch auch, soweit relevant, hauswirtschaftliches und Verwaltungspersonal berücksichtigt.

  3. Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt. Um die Daten der Krankenhaus- und der Pflegestatistik vergleichbar darstellen zu können, wurden die Bezugsjahre 2003 bis 2015 (im zweijährigen Turnus) gewählt. Dabei handelt es sich um die Jahre, für welche Daten aus der Pflegestatistik vorliegen. Die Auswahl der Jahrgänge aus der Krankenhausstatistik wurde darauf abgestimmt.

  4. Die Versorgungsgebiete sind definiert im Hessischen Krankenhausgesetz: VG 1: Kassel, VG 2: Fulda – Bad Hersfeld, VG 3: Gießen – Marburg, VG 4: Frankfurt – Offenbach, VG 5: Wiesbaden – Limburg und VG 6: Darmstadt.