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Hessen sorgt vor! Personalbedarf in den Pflegeberufen bleibt weiter hoch

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wird der Arbeitsmarkt für Pflegekräfte in den kommenden Jahren immer mehr in den Fokus rücken. Der Fachkräftebedarf steigt an, das bringt Herausforderungen und Chancen mit sich. Einerseits muss Personal gefunden und begeistert werden. Andererseits ist der Beruf eine riesige Chance für Arbeitnehmer – gleich ob in Ausbildung oder mit Studienabschluss. Um die Situation möglichst passgenau zu kennen und Antworten geben zu können, hat das Hessische Sozialministerium den Hessischen Pflegemonitor entwickeln lassen, damit kontinuierlich Daten über die regionalen Pflegearbeitsmärkte in Hessen zur Verfügung stehen. Ziel ist es, allen Verantwortlichen zuverlässige Daten zum Beschäftigtenstand, zum Pflegearbeitsmarkt und zu künftigen Entwicklungen zur Verfügung zu stellen. So ermöglicht der Pflegemonitor eine vorausschauende Entwicklung des Pflegekräftepotentials.

Im Sommer 2015 konnte die mittlerweile fünfte Befragung aller Einrichtungen der Altenhilfe, aller Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken und aller Pflegeschulen in Hessen erfolgreich abgeschlossen werden. Die Beteiligung der Einrichtungen war erneut sehr groß, so dass eine hohe Repräsentativität der Daten erreicht werden konnte. Für diese große Beteiligung möchte ich mich im Namen der Hessischen Landesregierung bei allen teilnehmenden Einrichtungen, Diensten und Bildungsträgern ausdrücklich bedanken.

Die Ergebnisse dieser aktuellen Befragung zeigen, dass die Nachfrage nach Pflegekräften in Hessen erwartungsgemäß weiter gestiegen ist. Den erhöhten Ausbildungsanstrengungen und einem erneuten Anstieg von Ausbildungskapazitäten und Absolventen steht eine im Vergleich zu 2012 deutlich gestiegene Nachfrage gegenüber, so dass es weiterhin einen Bedarf an Pflegefachkräften gibt, der zu decken ist. Mit dem Aufwuchs der Absolventinnen und Absolventen standen den Pflegeeinrichtungen mehr Personen zur Besetzung ihrer offenen Stellen zur Verfügung. Im Vergleich zum Jahr 2010 hat die Anzahl der verfügbaren Ausbildungsplätze für Altenpflegerinnen und Altenpfleger um 64 Prozent zugenommen. Für Altenpflegehelferinnen und Altenpflegehelfer konnte sie um 42 Prozent gesteigert werden. Die steigende Ausbildungsbereitschaft dürfte nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen sein, dass das Land Hessen die Deckelung der Schulplätze aufgehoben hat. Durch die Sicherstellung der Schulgeldfreiheit an staatlich anerkannten Altenpflegeschulen wird eine Ausbildung in diesem Sektor interessant und die Hessische Landesregierung leistet hiermit einen wesentlichen und seit Jahren steigenden Beitrag dazu, dass wir dem wachsenden Pflegekräftebedarf auch künftig angemessen begegnen können.

Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern der Plattform des Hessischen Pflegemonitors eine informative Recherche und freue mich auf einen angeregten Diskurs darüber, wie die Verantwortlichen auf allen Ebenen – Leistungserbringer, Schulen, regionale Arbeitsmarktförderung und das Land Hessen – dem wachsenden Pflegekräftebedarf weiter begegnen können. Die Hessische Landesregierung wird dazu auch künftig wie gewohnt ihren  Beitrag engagiert leisten.

Stefan Grüttner
Hessischer Minister für Soziales und Integration